Zwischen Szientismus und Okkultismus. Grenzwissenschaftliche Experimente der deutschen Marine im Zweiten Weltkrieg - Schellinger et al.

  • Das Paper: "Zwischen Szientismus und Okkultismus. Grenzwissenschaftliche Experimente der deutschen Marine im Zweiten Weltkrieg." von U. Schellinger, A. Anton und M. Schetsche erschien in der Zeitschrift für Anomalistik, Band 10 (2010), S. 287-321


    https://www.anomalistik.de/ima…inger_anton_schetsche.pdf


    Dieses Paper beleuchtet in wissenschaftlicher Weise den Teil der mystifizierten NS-Zeit, mit der wir beim Hut fast täglich zu tun haben und zeigt dabei die von mir beim Artikel über Goodrick-Clarke erwähnte, Spaltung der Forscher in der Frage über die Rolle des Okkulten in der NS-Zeit.

    Zum einen wurden Grenzwissenschaftler in der NS-Zeit diskriminiert und verfolgt, zum anderen gibt es diese klar nachvollziehbaren okkulten Wege hin zur Gründung der NSDAP mit der Ariosophie und der Thule-Gesellschaft. "Beide Großthesen - die einer gänzlichen Zerschlagung des Okkultismus im Dritten Reich und jene, die Okkultismus als systemfundierendes Element des Nationalsozialismus ansieht - scheinen aus heutiger Sicht jedoch zu grobmaschig," (S. 290)

    Außerdem wird beschrieben, wie das geheimesoterische Gedankengut rund um die "Aktion gegen Geheimlehren und sogenannte Geheimwissenschaften" und der "Sonderaktion Heß" im Juni 1941 im Untergrund verschwand.


    Sehr interessant sind vor allem die vielen Forschungsthemen und Forschungsfragen, die hier einfach noch fehlen. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg zerschlagen sich viele Vereine, benennen sich um, pausieren und tauchen dann Jahre später wieder auf usw.


    Eine sehr interessante Lektüre.


    Liebe Grüße,

    Helene